DHCP Server und DNS

Dynamische IP, Time Setup, Call Controll, PPP/MP Setup, CSM ...

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Beitragvon sbellon » Sa 13.04.2002 - 14:33

Hallo zusammen!

Jetzt oute ich mich mal als DHCP-Neuling. Ich habe mich bisher noch überhaupt nicht mit DHCP beschäftigt. Daher nun einige Fragen.

Wenn ich in meinem LAN von statischen IPs auf DHCP umsteige, dann weiß ich als non-root Benutzer, der keinen Zugriff auf den Vigor hat, nicht, welche IP-Adressen die einzelnen Rechner zugewiesen bekommen haben.

D.h., der Domain Name Server im Vigor muss die Aufgabe mit übernehmen. Also wenn sich ein Rechner beim DHCP-Server um eine gültige Konfiguration bemüht, dann muss er seinen Host-Namen hinterlegen, der DHCP-Server muss dann sich selber als Domain Name Server zurückmelden. Richtig? Denn nur der DHCP-Server kennt dann die Zuordnung von Host-Name zu IP-Adresse aller Rechner im lokalen Netz.

Nun bekomme ich aber genau dies mit dem Vigor nicht hin. DHCP funktioniert mit drei Betriebssystemen (RISC OS, GNU/Linux und Win XP) ausgezeichnet insoweit, dass der Vigor brav die IPs verteilt. Aber die Host-Namen werden nicht zu den IPs aufgelöst, wenn ich den Vigor als DNS nehme.

Hab ich da was am DHCP-Protokoll falsch verstanden, ist bei mir was falsch konfiguriert oder kann der Vigor das nicht? Sollte er es nicht können, welchen sinnvollen Nutzen kann man dann überhaupt von DHCP machen?

Die Frage kann ich noch viel genereller stellen: Mein Vigor hört auf den Namen "caesar". Wenn ich jetzt von irgendeinem Rechner im Netz aus "ping caesar" mache, dann wird caesar nicht zur IP 192.168.0.1 aufgelöst. Aber das sollte er doch, wenn der Vigor selber weiß wie er heißt und er der DNS des Netzes ist, oder nicht?

Gruß, sbellon.
sbellon
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Beitragvon Fantomas » Di 30.04.2002 - 09:07

Hi sbellon,

so weit ich weiß, ist alles was Du geschrieben hast richtig, nur sag mir bitte wo Du den Namen "caesar" im Router-Setup eingetragen hast.
Ich habe drei Rechner im LAN jeder hat einen eigenen Namen, ich kann alle mit Namen anpingen und die Namen erscheinen auch in der Netzwerkumgebung. Der Router jedoch nicht!

Ich denke der Router ist kein weiterer Rechner im Netz sondern "nur" ein DCHP/DNS/Gateway.

Ich denk mir das mal so, habe darüber vorher nie nachgedacht, denn was will ich im Lan von dem Router, Daten sind ja keine drauf auf die man zugreifen möchte.

Grüße Fantomas
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Beitragvon sbellon » Di 30.04.2002 - 12:10

Fantomas hat geschrieben:

Hi Fantomas!

so weit ich weiß, ist alles was Du geschrieben hast richtig, nur sag mir bitte wo Du den Namen "caesar" im Router-Setup eingetragen hast.

Telnet in den Vigor und dann "sys name caesar", so einfach ist das. ;-)

Ich habe drei Rechner im LAN jeder hat einen eigenen Namen, ich kann alle mit Namen anpingen und die Namen erscheinen auch in der Netzwerkumgebung. Der Router jedoch nicht!

Das ist jetzt seltsam. Denn als hier im Forum keine Reaktion kam, hab ich Taiwan direkt angeschrieben und als Antwort bekommen, dass das mit den aktuellen Firmware-Versionen noch gar nicht möglich ist. Hm.

Ich denke der Router ist kein weiterer Rechner im Netz sondern "nur" ein DCHP/DNS/Gateway.

Kommt stark auf Deine Definition von "Rechner" an. Der Vigor hat Interfaces, wie die angeschlossenen Rechner auch. Von dieser Seite aus ist also überhaupt kein Unterschied zu einem "normalen" Rechner zu sehen.

Ich denk mir das mal so, habe darüber vorher nie nachgedacht, denn was will ich im Lan von dem Router, Daten sind ja keine drauf auf die man zugreifen möchte.

"telnet caesar" anstelle von "telnet 192.168.0.1"?

Aber wichtiger ist mir natürlich, dass ich Namensauflösung für die anderen Rechner habe, und das geht momentan bei mir nicht.

Gruß, sbellon.
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Beitragvon kdd » Di 30.04.2002 - 15:37

sbellon hat geschrieben:> Wenn ich in meinem LAN von statischen IPs auf DHCP
> umsteige, dann weiß ich als non-root Benutzer, der keinen
> Zugriff auf den Vigor hat, nicht, welche IP-Adressen die
> einzelnen Rechner zugewiesen bekommen haben.

Stimmt!

> D.h., der Domain Name Server im Vigor muss die Aufgabe
> mit übernehmen.

Leider hat/ist der Vigor sowas nicht!

> Also wenn sich ein Rechner beim DHCP-Server um eine
> gültige Konfiguration bemüht, dann muss er seinen Host-
> Namen hinterlegen,

Nix Namen; es wird nur nach IP Adressen gefragt, und auch nur IP Adressen verteilt.


> der DHCP-Server muss dann sich selber als Domain Name
> Server zurückmelden. Richtig? ....

Nein, nein, nein

> Denn nur der DHCP-Server kennt dann die Zuordnung von
> Host-Name zu IP-Adresse aller Rechner im lokalen Netz.

Das wäre der DNS Server!

> Nun bekomme ich aber genau dies mit dem Vigor nicht hin.

Ebend !

> DHCP funktioniert mit drei Betriebssystemen (RISC OS,
> GNU/Linux und Win XP) ausgezeichnet insoweit, dass der
> Vigor brav die IPs verteilt.
> Aber die Host-Namen werden nicht zu den IPs aufgelöst,
> wenn ich den Vigor als DNS nehme.

Gut erkannt; das ist aber auch ok so, und Taiwan hat recht: geht nicht.

> Hab ich da was am DHCP-Protokoll falsch verstanden, ist bei
> mir was falsch konfiguriert oder kann der Vigor das nicht?
> Sollte er es nicht können, welchen sinnvollen Nutzen kann
> man dann überhaupt von DHCP machen?

Frage beantwortet ???

> Die Frage kann ich noch viel genereller stellen: Mein Vigor
> hört auf den Namen "caesar".

Glaub ich nicht; außer auf der telnet Oberfläche als String Variable "Router_Name".

> Wenn ich jetzt von irgendeinem Rechner im Netz aus "ping
> caesar" mache, dann wird caesar nicht zur IP 192.168.0.1
> aufgelöst.

Wer sollte das tun? ...Der DNS Server, den Du wohl nicht hast

> Aber das sollte er doch, wenn der Vigor selber weiß wie er
> heißt und er der DNS des Netzes ist, oder nicht?

Nee, leider nicht, Vigor ist kein DNS

Hi,
also DHCP heist Dynamic Host Configuration Protocol. Ziel diese Protokolls ist dem gestressten Administrator zu entlasten und die normalen User nicht zu belasten. Und zwar mit Einstellungen von IP Adresse, Gateway, Namensserver wie DNS etc.

Diese Arbeit wird von DHCP Servern geleistet, die einen Adresspool haben, den sie vergeben können. Neben diesem Pool der natürlich verwaltet d.h. administriert werden muß weis der Server i.d.R auch so wichtige Dinge wie Gateway und DNS Adressen, die natürlich den Clients, sobald sie fragen mitgeteilt werden.
Das Fragen der Clients gestaltet sich ganz einfach. Da muß der Anwender im TCP/IP Protokoll "nur" ankreuzen, dass er die IP Adressen nicht kennt, und deswegen die automatisch, nämlich vom DHCP Server eingestellt bekommen soll. Der DHCP Server hat deswegen auch eine ganz einfache IP Adresse nämlich 255.255.255.255.
Das ist eigentlich ein Rundsenden an Alle Rechner im großen ganzen Internet, aber wer könnte die Antwort von Millionen von Rechner schon ab. Deswegen gibt es fast keinen Teil des Internets wo dies erlaubt ist und da konnte man diese Adresse ganz gut nehmen. Beschrieben dann so im Oktober 1993 im RfC 1531 http://www.ietf.org/rfc/rfc1531.txt?number=1531 .
Wie gesagt, alles nu IP Adressen, nix mit Namen


Da sich kein Mensch getraut hätte jemals "drin" zu sein, und sich dabei mit sowas wie IP Adressen zu beschäftigen, -warum die Menschen sich Telefonnummern merken kann auch niemand erklären- hat sich die Internet Gemeinde ziemlich früh ausgedacht, es wäre doch besser mit halbwegs vernünftigen Namen zu arbeiten. so genannten Domain Names also 2-com.de zum Beispiel. Damit kann aber nun kein Internet Rechner was anfangen. Das heißt man baut einen Rechner mit einer großen Datenbank, die alle Namen kennt und sie mit den IP Adressen verknüpft. Das schafft natürlich nicht einer allein also brauchte man viele Rechner und verteilt die Aufgaben hierarchisch. Übrigens ist jeder Internet Laden (Provider) verpflichtet, sich an dieses System anzuschließen, und so einen Namensauflösungsserver für die Öffentlichkeit bereit zu stellen.
Das Ding hat den Namen Domain Name System und seit Februar 1984 wird dieses System regelmäßig durch Updates von den entsprechenden RfC's (Request for Comment) gehegt und gepflegt. Ist mittlerweile 'ne ziemlich große Sache im Internet; darf nämlich nicht ausfallen.
Damit hat sichs denn auch mit den Namen schon.
Wenn man sowas privat macht, muss man sich entweder auf Microsofts Namensauflösung verlassen, NetBIOS ... oder muss sowas ähnliches selber bauen. Dies gilt vor Allem in inhomogenen Netzen.
In kleinen Netzen geht das relativ einfach mit den "genormten" Listen .lmhosts oder .hosts. Das sind Textdateien in dem in jeder Zeile eine IP Adresse einem Namen zugeordnet wird. Meist gibts dafür kleine Beispiele. Die heißen dann .lmhosts.smp oder .hosts.smp. Diese Dateien müssen an bestimmten stellen im System stehen, damit sie gelesen und bearbeitet werden. Es gibt auch die Möglichkeit so eine Datei zentral von einem Host zu holen. (man braucht dafür aber die IP dieses Hosts.) In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen, dass der DHCP Server des Vigor einigen PC's immer dieselbe IP Adresse verpasst. Dafür muß man aber die MAC Adresse der eingebauten Netzwerkkarte kennen. Es wird also immer komplizierter ein Administrator zu sein.

Weitere Mechanismen sind systemspezifische wie z.B. WINS von Microsoft. Da muß man sich mal informieren.

Natürlich kann man sich auch 'ne DNS Server Software kaufen die diesen Job übernimmt.
liebe Grüße aus dem Norden
TelAs: T-ISDN Call & Surf
DSLAs: TDSL Call & Surfl; dn/up = 11300/1000
HW: FBF 7390 mit LCR; FW FRITZ!OS 05.21
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