Hi Thosten,
per default ist
kein Port auf einen lokalen Client umgeleitet und auch nicht geöffnet (ausser man aktiviert die entsprechenden Routerdienste wie z.B. VPN).
Von Aussen kommt somit auch keiner in dein LAN und dementsprechend ist man vor Attacken aus dem Internet schon in den Standardeinstellungen sicher.
Die Firewall kommt dann zum Einsatz, wenn man:
1. den Internetzugriff aus dem LAN für einzelne oder alle Rechner einschränken möchte (einzelne Dienste oder Webseiten gezielt nicht zulassen)
2. sich im gewissen Umfang vor Trojanern und ähnlichen Anwendungen (ungefragte Updates, ...) schützen möchte, die ja aus dem LAN heraus aktiv werden, indem man deren Ports aus dem LAN verbietet (geht natürlich nur bei Trojanern/Backdoors, die spezielle Ports nutzen und nicht z.B: den Port 80)
3. den Zugriff bei weitergeleiteten Ports reglementieren möchte (z.B. den Mail-Port öffnen, aber nur für die IPs seiner eigenen Mailanbieter bzw. deren Server, ...)
4. mit Call-Filtern die Einwahl reglementieren will
Es gibt sicherlich noch andere Szenarien, aber es handelt sich immer um Einschränkungen der Funktionalität der Internetverbindung - aus welchen Gründen auch immer.
Im Grunde genommen ist die Firewall also ein Werkzeug, mit dem man die User im LAN einschränkt und gegen deren eigene Unwissenheit oder Fehler (Download von Trojanern) versucht abzusichern.
Da aber diese Firewallkonfiguration immer nur genau so gut funktionieren kann, wie der Admin sich damit auskennt und sie dementsprechend konfiguriert hat, macht sie bei einem LAN, in dem hauptsächlich dieser Admin unterwegs ist, kaum viel Sinn sondern eigentlich nur viel Arbeit.
Denn wer sich auskennt, fängt sich auch keinen Trojaner oder Backdoor ein (unterstelle ich mal).
In einem Netz mit "unberechenbaren" Teilnehmern sieht die Sache da schon anders aus - da muss man eben die Benutzer oder besser gesagt das LAN vor seinen eigenen Benutzern schützen
Also einen Büro-Router mit mehreren Rechnern mit Internetzugang und Angestellten mit freiem Internetzugang ohne konfigurierte Firewall fände ich persönlich schon etwas fahrlässig.
Ich unterstelle allerdings mal, dass sicherlich 95% aller (Vigor-)Routernutzer im SoHo-Bereich die Firewall gar nicht aktiviert haben - das ist aber auch nicht weiter verwunderlich, da durch die Komplexität der Materie und der Regelkonfiguration (wie baue ich die Regeln auf, deny-all, welche Ports werden freigegeben, ...) die meisten SoHo-User dazu gar nicht in der Lage sind.
Und leider ist es auch eigentlich unmöglich eine fertige Konfiguration zu erstellen und die auf den Router zu bringen - denn spätestens, wenn man eine Applikation nutzen möchte (z.B. Filesharer o.ä) muss man das Regelwerk wirklich komplett verstehen um es an seine Bedürfnisse anpassen zu können.
Also ich kenne eigentlich nur 3 User, die die Firewall als Sicherheitssystem wirklich konfiguriert haben und ich kenne wirklich 'ne ganze Menge Vigor-User
Das hier ist meine persönliche Meinung und es gibt sicherlich auch Meinungen, dass die Firewall zwingend konfiguriert sein muss - aber in diesem Fall kommt der Admin nicht darum herum sich wirklich extrem mit der Materie auseinanderzusetzen.
Hierzu auch mal ein Beispiel aus meinem Bekanntenkreis:
Dialin-Rechner mit Zonealarm und Tiny-Firewall konfiguriert, weil derjenige gelesen hat, dass man machen muss wegen der ganzen Trojaner und Viren und dann aber einen Trojaner auf dem Rechner, weil derjenige alles freigegeben hat, was "angefragt" hat. Er hat eben nicht die Zusammenhänge verstanden und dann nutzt auch keine Software- oder Hardware-Firewall etwas.
(das Besipiel ist zwar extrem, aber von solchen Usern gibt es mehr, als von denen, die sich mit der Materie auskennen - das ist meine persönliche Erfahrung zu diesem Thema)
Achja, vielleicht sollte ich auch mal direkt auf deine Fragen eingehen:
Warum braucht man ein Firewall?
s.o.
Wenn ich es richtig verstanden habe dann brauche ich NAT nicht nur wegen der Umsetzung verschiedener IP Adressen im Intranet sondern auch für die Portumleitung.
Richtig - NAT ist dafür zuständig und
nicht die Firewall!
Das bedeutet doch aber auch, dass wenn NAT keine Portumleitungen aktiv hat auch niemand über diese Ports zugreifen kann oder?
Richtig! Die Ports sind im Vigor von Aussen stealth und solange kein Rechner diese Ports aus dem LAN heraus aktiviert, ist über diese Ports kein Zugriff von aussen möglich.
Das Firewall System wird doch erst hinter dem NAT stehen oder?
Naja - kommt darauf an - mal davor, mal dahinter - je nach Regel ist das verschieden. Es sitzt beides im Router

Oder braucht man das Firewall, um die ganzen Standardports zu sichern, die ab Werk schon umgeleitet sind wie z.B. Port 80 oder 110 usw.?
Habe ich ganz am Anfang schon geschrieben - die Ports sind zu, solange kein Rechner aus dem LAN sie öffnet.
Default im Router ist:
Aussen nach Innen = alles zu (stealth)
Innen nach Aussen = alles auf
So, nun habe ich mal wieder meine Sicht der Dinge geschrieben und ich freue mich schon auf die Meinungen, dass meine Ansichten zum "Thema Sicherheit" viel zu lasch sind.
Gruss,
Martin