Telekom VoIP Telefonie hinter (draytek) Router Probleme

VoIP mit DrayTek Routern und dem DrayTek Softphone. SIP (Session Initiation Protocol), CODEC, RTP, SRTP und DTMF, ...

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Re: Telekom VoIP Telefonie hinter (draytek) Router Probleme

Beitragvon nobody » Fr 03.06.2016 - 10:42

Draytek könnte den Wunsch fragmentierte zu grosse sip pakete anzunehmen mit der Begründung ablehnen, das diesee ablehnung ein feature ist, das die Sicherheit des Routers erhöht - das könnte ich verstehen, hoffe aber, dass dem nicht so sein wird.

Auch Ein Draytek Router mit VoIP könnte immer noch mit der gleichen Begründung das SIP paket ablehnen, denn es entspricht nicht den Standards. Solange die Telekom nicht sagt, Sie ist SIP kompatibel sondern solange die "magenta" oder deutschland lan verkauft, muss die es ja auch nicht sein - damit entsteht de facto ein Zwang entweder deren Geräte zu kaufen, oder zu kündigen - Ich werde, sobald möglich die Kündigung machen.

Das Problem ist nicht bei der Fa. Draytek sondern bei der Telekom. Man kann nur jederman abraten, der ein bisschen mehr als nur Lila Telekom produkte zu hause haben will bei denen Telefonie und Internet zu kaufen.

Dass Draytek das Problem mittlerweile bekannt ist, davon gehe ich aus. Aber ich halte Dich nicht zurück dort ebenso vorstellig zu werden. Im Gegenteil, um so mehr Leute bohren, desto größer ist die Aussicht für einen Workaround. Noch mehr sollte man aber bei der Telekom vorstellig werden, die der eigentliche Verursacher des Problems ist.
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Re: Telekom VoIP Telefonie hinter (draytek) Router Probleme

Beitragvon broeselmeier » Fr 03.06.2016 - 10:54

Ja, das könnte man verstehen, wenn Draytek keine Ausnahmeregel für fragmentierten UDP-Traffic auf einem Port implementieren möchte.
Ich sehe aber kein Argument, warum sie für VOIP-Modelle nicht SIP per TCP konfigurierbar machen sollten.

Meinen Hinweis weiter oben, dass deine aktuelle Lösung der Umleitung nach DUS.net nur eine scheinbare Lösung sein könnte, hast du gesehen?
D.h. sobald du deine Nummern zu DUS.net portiert hast, ist das Problem ggf. sofort wieder da.
(Es könnte aber sein, dass dich lange niemand anruft, der auch SIP-Kunde bei DUS.net ist, so dass du quasi immer nur vom PSTN-VOIP-Gateway von DUS.net angerufen wirst.)

Ich habe selbst keinen draytek router.
Ggf. kommt der vigor130 mal als VDSL-Modem für meinen Router in Frage, wenn es so weit ist, dass mir die Telekom den ISDN-Anschluss kündigt.
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Re: Telekom VoIP Telefonie hinter (draytek) Router Probleme

Beitragvon nobody » Fr 03.06.2016 - 19:38

Ich habe das ja alles schon getestet:
1. Anruf über umleitung von Telekom->Dus.net von einem Anschluss der mich nicht erreichen kann: ruf kommt an
2. Anruf direkt vom gleichen Anrufer bei Dus.net: ruf kommt an
3. Anruf vom gleichen Anrufer direkt bei mir ohne umleitung bei Telekom: ruf kommt nicht an: "Der Teilnehmer..... bitte rufen Sie später wieder an"

Also:
Dus.net (über udp) macht das deutlich professioneller und richtiger als die Telekom! Die umleitung über einen vernünftigen Anbieter ist keine scheinlösung, sondern eine 10E/Monat lösung.
In wenigen Tagen weiss ich auch ob das bei Sipgate genauso gut geht.
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Re: Telekom VoIP Telefonie hinter (draytek) Router Probleme

Beitragvon broeselmeier » Fr 03.06.2016 - 19:47

Du hast noch nicht verstanden was ich meine.

Wenn der Problemanrufer Telekom SIP-Kunde ist, dann wird sein Anruf bei DUS (direkt oder über die Umleitung) von der Telekom wahrscheinlich über das klassische Telefonnetz geroutet. Dabei entfernt das VOIP-Festnetz-Gateway der Telekom dann die lange Invite Message des Speedport, da das klassische Telefonnetz keine Invite-Messages kennt.
Bei DUS kommt der Anruf dann über Festnetz rein und das Festnetz-VOIP-Gateway von DUS erzeugt die kurze Invite Message, die bei dir ankommt.

D.h. die Invite Message stammt gar nicht vom Anrufer und wurde von DUS auch nicht modifiziert.
Zuletzt geändert von broeselmeier am Fr 03.06.2016 - 20:19, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Telekom VoIP Telefonie hinter (draytek) Router Probleme

Beitragvon nobody » Fr 03.06.2016 - 20:00

stimmt, das ist natürlich nicht umöglich, aber, solange ich niemand kenne der einen Speedport W724V hat und direkt bei Dus.Net angemeldet ist, muss das erstmal eintreten.
Immer noch besser, dieses (kleine) Risiko, als von einem Personenkreis im einstelligen % bereich sicher nicht mehr angerufen werden zu können.
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Re: Telekom VoIP Telefonie hinter (draytek) Router Probleme

Beitragvon broeselmeier » Fr 03.06.2016 - 20:09

Wenn du so willst, dann ist "auswandern" zu einem SIP-Anbieter bei dem du garantiert nicht von anderen Teilnehmern per SIP angerufen wirst, auch irgendwie eine Lösung. Dann solltest du aber deinen Bekannten auch dringend empfehlen, bei der Telekom oder anderen Providern zu bleiben. Ich wäre mir nicht so sicher, dass der Speedport der einzige SIP-Client ist, der so lange Messages produziert.

Was ich weiter oben schon als Test erwähnte: Falls du Zugang zu dem Problem-Speedport hast und dort einen DUS-Account konfigurieren könntest, dann könntest du tatsächlich herausfinden, ob DUS überhaupt irgend etwas anders macht als die Telekom.
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Re: Telekom VoIP Telefonie hinter (draytek) Router Probleme

Beitragvon nobody » Fr 03.06.2016 - 21:12

Wenn ich viel zeit habe, mache ich natuerlich den speedport test mit dus.net. Aber erstmal jemand haben..
Fuer den moment aber muss man es dabei belassen wie es ist.
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Re: Telekom VoIP Telefonie hinter (draytek) Router Probleme

Beitragvon nobody » So 05.06.2016 - 15:11

Ich habe nun diese Variante auch getestet:
W724V bei Dus.net angemeldet. Nummer zugeordnet
habe mich mit 3 Varianten angerufen:
1. von Dus.net auf Telekom Nummer, diese wieder umgeleitet zu Dus.net, von dort zu Tel.Anlage 3CX: funktioniert
2. von Dus.net auf Dus.net Nummer, diese an Tel.Anlage 3CX: funktioniert
3. von Dus.net auf Telelkom Nummer, diese auf Tel.Anlage 3CX: funktioniert

Somit, ist die vermutung wohl nicht zutreffend, dass ein wechsel zu einem technisch versierten und VoIP kompatiblen anbieter nur temporär abhilfe schaft. Tatsächlich ist das Datenpaket mit dem Invite, das bei der Telekom 1650 Bytes war nun 1360 Bytes gross wenn der speedport bei dus.net registriert ist.

Selbst wenn man einen der verfl***** Speedports bei dus.net anmeldet kann man damit beliebige Teilnehmer anrufen, und, der Ruf kommt an - im gegensatz zur Situation bei der Telekom.
Dus.net scheint einen Filter zu haben:
User-Agent ist nicht speedport sondern: Dus.net Ingress-APP-Engine

Ich habe auch mitschnitte mit Wireshark gemacht, Wenn da was wichtigtes drinsteht, dann kann ich die gerne zur Verfügung stellen.
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Re: Telekom VoIP Telefonie hinter (draytek) Router Probleme

Beitragvon broeselmeier » So 05.06.2016 - 16:32

Sehr schön.

Interessant, aus dem Blickwinkel wie DUS.net mit der langen Invite Message des Speedports umgeht, dürfte die 2. Variante sein. Also das DUS.net-Inhouse-sip-Telefonat.

1360 Byte ist zwar auch schon über dem rfc3261-Limit für UDP. Allerdings wissen wir bisher nicht, wieviel Sicherheitspuffer in den 200 Byte Reserve für die Response stecken.

In den bisherigen Fundstellen zur Manipulation von Invite-Message wurden user-agent Header komplett entfernt.

Ich wäre durchaus interessiert an deinen Wireshark Mitschnitten.

Hast du schon einmal bei 3CX angefragt, ob sie sich vorstellen können, die SIP-Registrierung per TCP zu ermöglichen?

Hier ein Link zu einer Telekomspezifikation, in der die Telekom für user agents explizit die Unterstützung von TCP für SIP-Signalling fordert (S.50 in dem 1TR114 Dokument) https://www.telekom.de/hilfe/downloads/1tr114.zip

In dem anderen Dokument (...AnnexB) steht auf S.39, dass sich das user equipment und die SIP-Server bei der Wahl des Transportprotokolls an rfc3261 halten sollen.
Ganz offensichtlich wird das derzeit von der Telekom nicht beachtet. (Aus meiner Sicht aus durchaus nachvollziehbaren Gründen)
Auf Seite 38 steht, dass keines der beteiligten Systeme Messages verändern soll.

Es gibt vermutlich nur eine geringe Anzahl von Fällen mit diesem Problem und du bist vielleicht der Erste, der es so weit auf den Punkt gebracht hat, dass man überhaupt sinnvoll Optionen diskutieren kann.
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Re: Telekom VoIP Telefonie hinter (draytek) Router Probleme

Beitragvon nobody » So 05.06.2016 - 19:06

Ich habe dir das SIP paket geschickt.
3CX kann TCP ja wenn die Gegenseite mit TCP beginnt, nur beginnt 3CX wohl die die kommunikation von sich auch mit TCP. Man kann das transport-tcp attribut im header eines SIP pakets setzen, aber wenn die gegenseite dann mit UDP weitermacht, dann bleibts bei UDP. Eigentlich ein IMHO guter ansatz (wenn die gegenseite sieht, das paket ist größer als 1300 bytes sollte sie ja umschalten auf TCP). Was aber fehlt bei 3CX ist von sich aus mit TCP zu beginnen. Laut Auskuft Support wird daran aber nun gearbeitet, dass dies auch möglich ist. Eine vermarktung dieser Software PBX in DE zusammen mit Telekom Anschlüssen, die ist aus meiner sicht sonst auch nicht möglich.

Das der UA TCP können muss, das geht ja auch aus der SIP spezifikation hervor - denke ich. Hier geht es aber um den UAS, dass der auch TCP spricht, und registrierungen eines UA mit "transport-tcp" entrprechend honoriert (was die telkom aber nicht macht).
Interessant hier am rande: Ein paar Dokumente der Telekom, die legen nahe, das SIP over TCP nicht nur unterstützt, sondern auch notwendig ist:
http://www.telekom.de/hilfe/downloads/s ... eitung.pdf
Seite 6
Das ist nämlich genau die Situation in der jemand ist wie ich (mit nicht telekom router/Telekom router aber eben SIP Client hinter router).
Das Dokument scheint jedoch eher aus der Frühzeit des Deutschland-Lan zu sein, denn das Snom 320 und die optik der Anleitung sieht nicht aus wie von 2015 sondern eher wie von <2012.

Aber "geringe Anzahl von Fälle" ?!? Telefonie muss funktionieren, und zwar in 100% der Fälle. Ich akzeptiere Ausfälle (bei ISDN alle paar Jahre, und bei mobilfunk vielleicht 1x/Jahr) aber nicht generelles nicht funtionieren im Prozentbereich. Und Fehler müssen nachvollziehbar sein, wenn sie auftreten, egal ob ein promille oder ein Prozent, und, alle am Prozess beteiligten sollten sich mühe geben den Fehler zu finden. Hier bin aber wohl ich der einzigste, der daran interesse hat, die Telekom verbirgt sich hinter Unwissenheit, 1st level support Inkompetenz und der Größe des Unternehmens. Schimpfen nun mal aus, aber man kann es einfach nicht oft genug sagen.

Die Telekom sollte von sich aus ganz klar sagen, dass TCP wenn ein Endgerät/Telefonanlage hinter einem Router betrieben wird die einzige Möglichkeit ist einigermassen zuverlässig zu telefonieren. Und, das tut sie nicht. Noch nicht einmal die hauseigene Android app weiss davon bescheid.
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Re: Telekom VoIP Telefonie hinter (draytek) Router Probleme

Beitragvon broeselmeier » Mo 06.06.2016 - 10:25

nobody hat geschrieben:3CX kann TCP ja wenn die Gegenseite mit TCP beginnt, nur beginnt 3CX wohl die die kommunikation von sich auch mit TCP. Man kann das transport-tcp attribut im header eines SIP pakets setzen, aber wenn die gegenseite dann mit UDP weitermacht, dann bleibts bei UDP. Eigentlich ein IMHO guter ansatz (wenn die gegenseite sieht, das paket ist größer als 1300 bytes sollte sie ja umschalten auf TCP). Was aber fehlt bei 3CX ist von sich aus mit TCP zu beginnen. Laut Auskuft Support wird daran aber nun gearbeitet, dass dies auch möglich ist. Eine vermarktung dieser Software PBX in DE zusammen mit Telekom Anschlüssen, die ist aus meiner sicht sonst auch nicht möglich.


Das wir uns hier richtig verstehen. Laut rfc3261 müssen das Transportprotokoll der Message und die in der Message enthaltene transport-Angabe übereinstimmen. Weiterhin muss die Response das gleiche Transportprotokoll verwenden wie der Request. D.h. wenn ein SIP user agent eine zu lange Invite-Message per UDP an seinen Proxy schickt, dann muss der Proxy dem user agent auch per udp antworten. Die Antwort könnte lauten "abgelehnt" (wegen Spezifikationsverletzung) oder "ok", wenn de Proxy den Ruf weiterleitet. Bei der Weiterleitung (entweder an den Proxy der angeufenen Domain oder an den angerufenen user agent, falls der zur gleichen Domain wie der Anrufer gehört) müsste der SIP-Proxy dann aber das Transportprotokoll auf TCP ändern und passend dazu die transport-Angabe in der Message ändern.

Die Telekom macht offensichtlich derzeit folgende Sachen:
1. Requests werden mit dem gleichen Transportprotokoll wie der Request beantwortet
2. Weiterleitungen an angerufene user agents erfolgen mit dem Transportprotokoll, mit dem sich der angerufene user agent registriert hat

nobody hat geschrieben:Das der UA TCP können muss, das geht ja auch aus der SIP spezifikation hervor - denke ich. Hier geht es aber um den UAS, dass der auch TCP spricht, und registrierungen eines UA mit "transport-tcp" entrprechend honoriert (was die telkom aber nicht macht).


Ich hatte das nur als Rückgriff auf deine Befürchtung, dass die Telekom jederzeit TCP canceln könnte, weil es in keinem Dokument der Telekom steht, erwähnt. Und wenn sich ein UA beim Telekom SIP-Verver per TCP registriert, dann wird er auch per TCP angesprochen, wenn jemand anruft. Registrieren per UDP und in der REGISTER Message transport tcp setzen, ist meiner Meinung nach nicht zulässig nach rfc3261.

BTW: UAS ist nach meinem Verständnis keine eigenständige Komponente sondern eine Sichtweise auf den UA. Ein UA, der auf einem Port auf Anrufe wartet, verhält sich wie ein Server, der einen Dienst anbietet. Man spricht dann von der Funktion UAS des UA. Ein UA, der einen Request an den Proxy schickt (z.B. REGISTER oder INVITE) verhält sich wie ein Client, der einen Request an einen Server stellt. Entsprechend redet man dann von der Funktion UAC des UA. Die Abkürzungen UAS und UAC tauchen meistens auf, wenn man schematisch darstellen möchte, wie die Signalisierung eines Anrufs abläuft.

nobody hat geschrieben:Interessant hier am rande: Ein paar Dokumente der Telekom, die legen nahe, das SIP over TCP nicht nur unterstützt, sondern auch notwendig ist:
http://www.telekom.de/hilfe/downloads/s ... eitung.pdf
Seite 6
Das ist nämlich genau die Situation in der jemand ist wie ich (mit nicht telekom router/Telekom router aber eben SIP Client hinter router).
Das Dokument scheint jedoch eher aus der Frühzeit des Deutschland-Lan zu sein, denn das Snom 320 und die optik der Anleitung sieht nicht aus wie von 2015 sondern eher wie von <2012.


Ja, bei einem Snom320 wird die Wahrscheinlichkeit, dass es hinter einem Router/einer Appliance steht, der den Traffic auf Applikationsebene filtern wil, deutlich höher sein. Von daher kann der Hersteller auch gleich TCP als Standard für die Registrierung setzen.

nobody hat geschrieben:Die Telekom sollte von sich aus ganz klar sagen, dass TCP wenn ein Endgerät/Telefonanlage hinter einem Router betrieben wird die einzige Möglichkeit ist einigermassen zuverlässig zu telefonieren. Und, das tut sie nicht. Noch nicht einmal die hauseigene Android app weiss davon bescheid.


Geschätzte 95% Prozent aller Router werden fragmentierten UDP-Traffic durchlassen. Beim Consumer Equipment werden es 100% sein.
Die Hometalk-App wird wohl auch eher den Personenkreis mit einfachem Consumer-Equipment adressieren.
Alle Hersteller von SIP-Equipment mit Zielgruppe Unternehmen, sollten TCP als Standard eingestellt haben.

Zur Sichtung der mitgeschnittenen Messages bin ich noch nicht gekommen.
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Re: Telekom VoIP Telefonie hinter (draytek) Router Probleme

Beitragvon draytek2820user » Mi 08.06.2016 - 08:27

Hallo, zu meiner Anfrage von einer Woche und einer Antwort von nobody kommt hier ein Zwischenstand:
draytek2820user hat geschrieben:Hallo,

Aufbau:
-Vertrag: Telekom Magenta S, VOIP
-Router: DrayTek Vigor 2820vsN, aktuelle Firmware
-Telefonanlage: Gigaset SX810A mit zwei weiteren Gigaset SL 410, Brother Fax MFC 4820, drei Rufnummern, einmal privat, einmal Fax einmal Büro.

Problem:
Ich kann anrufen, aber nicht von allen angerufen werden.
Einige Telekomanrufer kommen bei mir nicht durch, andere schon.
Letzte Woche gab es in unserem Umfeld eine Umstellung eines Telekom-Anschlusses von analog zu VOIP- dieser konnte mich vorher erreichen, seit Umstellung nicht mehr.

nobody hat geschrieben:Das hört sich schon so an, als ob Du das gleiche Problem hast wie von mir geschildert.
Interessant hier: Du hast ja einen Draytek Router der VoIP eingebaut hat, und verwendest den 2820 als Adapter um Deine Telefone (ISDN) und dein FAX ( analog) an VoIP anschluss der Telekom zu betreiben - richtig?

Richtig.
nobody hat geschrieben:Und: mal versuchen, auf dem 2820VsN TCP für sip einzustellen. Geht das, dann müsste das Problem aus der welt sein.
Jeder VoIP CLient muss auch TCP unterstützen, auch der Draytek router. Fragt sich nur, ob der das nur passiv kann oder auch "aktiv".

Ich fürchte, er kann es nur passiv- ich habe nirgends auf dem Routerinterface eine Einstellmöglichkeit gefunden.
nobody hat geschrieben: Du kannst mit x-lite testen ob sip über TCP auch für Dich eine abhilfe ist: http://www.counterpath.com/x-lite/
runterladen, installieren, telekom sip Konto einrichten. In den einstellungsoptionen kann man angeben, dass TCP verwendet wird.
Dann jemand der sonst nicht anrufen kann Dich anrufen lassen.

Danke für den Tip. Habe ich so gemacht. Es funktioniert insoweit, als daß über X-Lite
-nun auch diejenigen anrufen können, die sonst nicht durchkommen;
-das Anrufsignal bei diesen jedoch kürzer auftaucht- man muss schneller abheben, als bei anderen;
-diese anrufe in der Telefonanrufliste von x-lite auftauchen, in der des 2820VsN nicht.
Die Telekom bestätigt ein funktionieren der X-Lite-Verbindung.

Ich werde nochmals die Anleitungen des DrayTek Vigor 2820VsN durchsehen, ob ich Einstellmöglichkeiten für sip über TCP finde.
draytek2820user
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Re: Telekom VoIP Telefonie hinter (draytek) Router Probleme

Beitragvon broeselmeier » Mi 08.06.2016 - 09:32

Habe jetzt die Invite-Message gesichtet.
Konstellation war: Speedport W724V mit DUS.net-SIP-Account ruft deinen DUS.net-SIP-Account an, der auf der 3CX hinter dem Draytek-Router konfiguriert ist.
Also quasi ein DUS.net SIP-Inhouse-Telefonat.

Die Invite-Message, die du eingehend am WAN-Interface des Draytek-Router mitgeschnitten hast, sieht im Vergleich zur Message, wenn sich das selbe Equipment mit Telekom-SIP-Accounts anruft, so sehr anders aus, dass ich sagen würde, dass hier nicht der Speedport in einen besonderen DUS.net-Modus umgeschaltet hat, sondern dass die Message vollständig von der DUS.net-SIP-Infrastruktur erzeugt wurde. Ggf. (sieht man vielleicht sogar in der Message, habe aber nicht genug Ahnung davon) ist bei DUS.net ein SIP Session Border Controller am Werk, über den der gesamte RTP-Traffic läuft und der auch Codecs umsetzen kann (zumindest werden in der DUS.net-Invite-Message mehr Codecs angeboten als in der Telekom-Invite-Message, was beim selben anrufenden Equipment ungewöhnlich erscheint)

Ich präsentiere hier mal die Messages mit verfälschten Telefonnummern und hoffe, dass das so ok ist.

Code: Alles auswählen
INVITE sip:070733333333@80.NNN.NNN.NNN:5060;rinstance=137970cf6862f511 SIP/2.0
Record-Route: <sip:83.125.8.71;lr=on;ftag=as27bdec85;nat=yes;dus-rr=f59.bdd1>
Via: SIP/2.0/UDP 83.125.8.71;branch=z9hG4bKf28.f8665ac8889aa6c491d882383490708d.0
Via: SIP/2.0/UDP 83.125.8.42:5060;rport=5060;branch=z9hG4bK7e006e48
Max-Forwards: 70
From: "+4970744444444" <sip:070744444444@dus.net>;tag=as27bdec85
To: <sip:070733333333@proxy.dus.net>
Contact: <sip:070744444444@83.125.8.42:5060>
Call-ID: 1f71bf824ab23efc30d7d19f7258d2f2@dus.net
CSeq: 102 INVITE
User-Agent: DUS.NET INGRESS-APP-ENGINE 10.3.1
Date: Sun, 05 Jun 2016 13:35:50 GMT
Allow: INVITE, ACK, CANCEL, OPTIONS, BYE, REFER, SUBSCRIBE, NOTIFY, INFO, PUBLISH
Supported: replaces, timer
Content-Type: application/sdp
Content-Length: 470
P-Preferred-Identity: <sip:+4970744444444@dus.net>

v=0
o=root 157828664 157828664 IN IP4 83.125.8.159
s=DUS.NET INGRESS-APP-ENGINE 10.3.1
c=IN IP4 83.125.8.159
t=0 0
m=audio 13626 RTP/AVP 8 0 18 3 110 97 111 9 101
a=rtpmap:8 PCMA/8000
a=rtpmap:0 PCMU/8000
a=rtpmap:18 G729/8000
a=fmtp:18 annexb=no
a=rtpmap:3 GSM/8000
a=rtpmap:110 speex/8000
a=rtpmap:97 iLBC/8000
a=fmtp:97 mode=30
a=rtpmap:111 G726-32/8000
a=rtpmap:9 G722/8000
a=rtpmap:101 telephone-event/8000
a=fmtp:101 0-16
a=ptime:20
a=sendrecv


Hier die Invite-Message, wenn das selbe Equipment (Speedport -> Draytek-Router -> 3CX-TA) ein Telekom-SIP-Inhouse-Telefonat führen möchte (das aber nicht zu Stande kommt, weil die zu lange Invite-Message wegen UDP-Fragmentierung am Draytek-Router verworfen wird)

Code: Alles auswählen
INVITE sip:070711111111@80.NNN.NNN.NNN:5060;rinstance=1c133e2512785525 SIP/2.0
Max-Forwards: 62
Via: SIP/2.0/UDP 217.0.23.36:5060;branch=z9hG4bKg3Zqkv7ieh6tqb8vqhgnxvsll6eu8mr3d
To: <sip:070711111111@tel.t-online.de>
From: <sip:+49722222222@tel.t-online.de;user=phone>;tag=h7g4Esbg_p65554t1462630315m141369c321441660s1_677332805-911369095
Call-ID: p65554t1462630315m141369c321441660s2
CSeq: 1 INVITE
Contact: <sip:sgc_c@217.0.23.36;transport=udp>;+g.3gpp.icsi-ref="urn%3Aurn-7%3A3gpp-service.ims.icsi.mmtel"
Record-Route: <sip:217.0.23.36;transport=udp;lr>
Accept-Contact: *;+g.3gpp.icsi-ref="urn%3Aurn-7%3A3gpp-service.ims.icsi.mmtel"
Min-Se: 900
P-Asserted-Identity: <sip:+49722222222@tel.t-online.de>
P-Asserted-Identity: <tel:+49722222222>
P-Early-Media: supported
Privacy: none
Session-Expires: 1800
Supported: timer
Supported: replaces
Supported: 100rel
Supported: histinfo
Supported: 199
User-Agent: Speedport W 724V/Version 01011603.00.008
Content-Type: application/sdp
Content-Length: 348
Session-ID: c97a8bc3bbb0e5507432d1102354b420
Allow: REGISTER, REFER, NOTIFY, SUBSCRIBE, INFO, PRACK, UPDATE, INVITE, ACK, OPTIONS, CANCEL, BYE

v=0
o=- 307979852 677332281 IN IP4 217.0.23.36
s=-
c=IN IP4 217.0.4.69
t=0 0
m=audio 19320 RTP/AVP 8 0 121 120 101
a=rtpmap:8 PCMA/8000
a=rtpmap:0 PCMU/8000
a=rtpmap:121 PCMA/8000
a=gpmd:121 vbd=yes
a=rtpmap:120 PCMU/8000
a=gpmd:120 vbd=yes
a=rtpmap:101 telephone-event/8000
a=fmtp:101 0-15,32
a=ptime:20
a=maxmptime:20 20 20 20 20


Insgesamt hat man schon den Eindruck, dass sich DUS.net etwas mehr Mühe gibt, damit SIP-Telefonie auch funktioniert.
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Re: Telekom VoIP Telefonie hinter (draytek) Router Probleme

Beitragvon nobody » Mi 08.06.2016 - 09:38

Das ist aber nett, dass Du Dir die Arbeit gemacht das die header zu anonymisieren (wozu ich ja zu faul war)!

Seit gestern habe ich nun noch einen Rufnummernblock bei Sipgate. Und, den werde ich mal am Wochenende statt Dus.net nehmen. Und berichten, was da herauskommt.

EDIT: habe noch meine IP Adresse mit NNN.NNN.NNN.NNN ausgetauscht in Deinem Post.
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Re: Telekom VoIP Telefonie hinter (draytek) Router Probleme

Beitragvon broeselmeier » Do 09.06.2016 - 09:55

Ich mach mich mal wieder unbeliebt...

Wie schon weiter oben erwähnt, wird der Vigor130 auch für meinen Router gern als vectoringfähiges VDSL-Modem verwendet. In Einzelfällen wohl auch im Router-Modus und wenn derjenige auch noch SIP macht, dann hat er das gleiche Problem, um das es hier geht.

Zum Verhalten der Draytek-Router gab es jetzt einen für mich recht plausiblen Kommentar.
http://forum.nettworks.org/index.php?t= ... #msg_48275
Fazit: Draytek macht es sich zu einfach, wenn fragmentierter UDP-Traffic prinzipiell geblockt wird.

Unter diesem Blickwinkel geht mir auch die Invite-Message von DUS.net und die damit im Zusammenhang stehende Lösung des Problems nochmal durch den Sinn.

Hätte DUS.net RFC3261 bzgl. des 1300 Byte UDP-Limits im Sinn gehabt, dann wäre die Invite-Message, die wir gesehen haben, leicht unter dieses Limit zu bringen. Daher die Vermutung, dass wir es bei DUS.net nur mit einem Nebeneffekt zu tun haben, der eher zufällig das Problem der Draytek-Router löst.

Ich bin mit dem Thema RTP noch nicht so richtig vertraut, aber wenn beide Endpunkte eines Telefonats hinter NAT-Routern liegen, dann ist die Etablierung der RTP-Verbindungen nicht einfach.
Provider setzen u.a. deshalb auf SIP-SBC (Session Border Controller), die wie zwischengeschaltete Endpunkte für die beiden Teilnehmer arbeiten. D.h. es könnte sein, dass auch bei DUS.net-SIP-intern-Gesprächen auf Grund der DUS.net-SIP-Server-Architektur der gleiche Effekt auftritt, als wenn das Gespräch zwischendurch über PSTN vermittelt wird. D.h. eine SIP-Session wird zwischen Anrufer und SBC und eine zweite zwischen SBC und Angerufenem aufgebaut und mit den Invite-Messages des DUS.net-SBC kommen die Draytek-Router (zufällig) klar.
Die Vermittlung des RTP-Traffics über einen SBC hat aber nicht nur Vorteile (Latenzen, Kosten).

Der schwarze Peter bei diesem Problem ist also vielleicht doch eher bei Draytek als bei der Telekom zu suchen.
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